HAND AUFS HERZ

HAND AUFS HERZ

Der Podcast

Transkript

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00:00:00: Herzlich willkommen und schön, dass du wieder mit dabei bist bei einer neuen Podcast-Folge Hand aus Herz.

00:00:05: Mein Name ist Christine Heinrich, ich bin Host dieses Podcasts und die Mentorin in deinem Ohr.

00:00:10: In meiner täglichen Arbeit kreiere ich auch starken Stories, starke Marken.

00:00:14: Stoito Brandt ist dabei mein Signaturprogramm und ich liebe es mich mit Menschen und gerade Frauen auseinanderzusetzen um Gespräche zu führen, die etwas richtig Starkes kreiert haben.

00:00:26: Britta Buchholz Autorin, Journalistin ZDF Hauptstadt Studio und unfassbare Powerfrau ist heute Gast in meinem Podcast.

00:00:35: Und wir sprechen miteinander über ihr Buch Mutterseelen allein!

00:00:41: Sie war bereits schon einmal Gast hier, in diesem Podcasts- Twenty-Oneundzwanzig.

00:00:46: Und da haben wir schon über dieses Buch geredet und heute reden wir mit fünf Jahren Abstand Noch einmal über dieses Buch.

00:00:53: Denn am kommenden Donnerstag, am siebzehnten Neunten findet eine richtig coole Veranstaltung im Bestattungshaus Nettebrock hier in meiner Heimatstadt Hampstadt und du bist dazu eingeladen.

00:01:04: wir verlinken dir alles dazu in den Show Notes.

00:01:06: Britta Buchholz wird da sein und wir werden gemeinsam mit Jana Nettebrock als Bestatterin über das Thema des Verlustes der eigenen Mutter sprechen was das mit ihr oder auch mit mir gemacht hat denn da haben einen ähnlichen Weg und eine ähnliche Erfahrung.

00:01:23: Und wie man auch daran wachsen kann, weitergehen kann – was das Ganze langfristig mit einem macht?

00:01:33: Das werden wir an diesem Abend besprechen!

00:01:36: Und wir werden die hier in den Turnouts auch das Buch Mutter sehen allein von Britta Buchholz verlinken.

00:01:41: Absolute Herzensempfehlung dieses Buch, es ist eine Kombination aus Impulsen und Roman.

00:01:47: Ich kann es jedem nur ans Herz legen!

00:01:49: Jetzt freu dich auf eine unfassbar coole Podcast-Folge mit Britta

00:01:53: Buchholz.

00:02:28: Jetzt ist Britta WuchholZ bei mir... Hallo, Britta?

00:02:31: Schön, dass du da bist.

00:02:35: Schön hier zu sein.

00:02:37: Ja, wir haben was Besonderes vor am Donnerstag.

00:02:39: Was machen wir am Donnersdag kommende Woche?

00:02:41: Am siebzehnten, neunten...

00:02:44: Wir sprechen ganz viel über ganz spannende Themen.

00:02:48: Ja!

00:02:48: Wir sprechen über dein Buch Mutter Seelen Allein.

00:02:52: Erzähl uns unter anderem und über Trauer bezüglich der eigenen Mutter.

00:02:58: erzählen uns erst mal bevor wir jetzt starten wer bist denn du?

00:03:01: Und was machst dann eigentlich?

00:03:04: Warum hast Du den Buch

00:03:04: geschrieben?!

00:03:07: Da sind viele Fragen auf einmal.

00:03:09: Also ich bin Mutter selbst auch, das ist ja eigentlich schon mal jetzt interessant von drei Kindern.

00:03:17: als ich allerdings meine eigene Mutter verloren habe war ich einunddreißig und war in keiner Beziehung

00:03:22: und war

00:03:22: auch Single oder nicht ganz Single aber war sozusagen nicht verheiratet so muss man es richtig sagen und lebte fernab vom Niedersachsen im schönen Mainz und hatte meinen Vater schon verloren, da war ich elf.

00:03:38: Und in dem

00:03:38: Moment

00:03:39: fiel so meine Welt zusammen.

00:03:42: Damals habe ich gedacht was kann mir jetzt helfen?

00:03:45: Wie geht man überhaupt mit Trauer um?

00:03:47: Wie trauert man richtig?

00:03:48: Was ist der Trauerweg?

00:03:49: Was muss ich eigentlich tun um aus diesem tiefen Tal wieder rauszukommen?

00:03:53: Und habe mir ein Buch gekauft!

00:03:55: Das Buch hatte das Thema wie es ist wenn alte Eltern sterben gar nichts mit meiner Lebenswirklichkeit zu tun hat.

00:04:02: Das war ganz weit weg von dem, was ich so erlebt hatte und daraufhin habe ich gedacht es kann doch nicht sein dass es gar kein Buch gibt.

00:04:09: für jüngere Trauerende gab es damals mittlerweile gibts das aber damals gab's das eigentlich noch nicht und darauf hin habe ich dieses Buch geschrieben.

00:04:17: Mutter sehen allein was sich halt mit dem Abschied der Mutter einerseits Aber vor allem auch mit der Beziehung zur Mutter auseinandersetzt.

00:04:23: also Fragen wie Abnabelungen, Loslösungen ja Wie geht man miteinander um?

00:04:29: Also eigentlich dieses Mutter-Tochterverhältnis.

00:04:32: Also es ist jetzt vielleicht weniger ein Buch, nur für Trauerne als mehr ein Buch das so bisschen reflektierend ist über das Leben an sich.

00:04:40: Ja und das Buch hast du aber nicht direkt nach dem Tod einer Mutter geschrieben sondern mit ganz weitem Abstand eigentlich oder?

00:04:49: Ja, da hast du vollkommen recht.

00:04:50: Das ist wirklich weiter Abstand weil ich glaube ich musste es erstmal selber verdauen und damit klar kommen und dann fehlte einfach die Zeit.

00:04:59: Dann kam sozusagen... Ich hatte damals schon in dem Buch so einen Roman-Anteil der auf Lanza Rote spielt und ich war aber wirklich drei Wochen alleine auf Lanze Rote kannte kein Menschen dort Und das habe ich dann im Grunde damals schon ganz viel geschrieben, als ich auf Lanza Rote war.

00:05:15: Aber es war ein langer Weg.

00:05:17: zu der Frage was für einen Buch will ich denn eigentlich schreiben?

00:05:20: Weil ich finde immer Ratgeber ist bei Trauer ganz schwierig weil wir Menschen alle so unterschiedlich trauern und den Menschen dem wir verloren haben natürlich ganz unterschiedliche Gefühle mit denen verbinden.

00:05:32: Es ist natürlich ein unglaublicher Unterschied ob man jetzt ein Partner verliert oder ein Kind verliert Ein Haustier verliert oder eine Mutter, das kann man natürlich überhaupt nicht vergleichen.

00:05:42: Und deshalb fand ich den Ratgeber an sich so schwierig.

00:05:44: und diese Form die dann auch der Verlag gemeinsam mit mir gegangen

00:05:48: ist

00:05:49: ja die kam dann irgendwie bei raus.

00:05:50: Das war aber erst im Jahr zwanzig da war Corona und das war dann erst mal ging das so ein bisschen unter.

00:05:59: Und jetzt wurde es aber nochmal neu aufgelegt, im Jahr zwei tausendundzwanzig bei Kösel.

00:06:04: Das ist schon eine ganze Weile her von meiner eigenen Trauer, aber deshalb bin ich glaube ich ganz gut geeignet um das alles reflektieren zu beobachten

00:06:11: Total.

00:06:12: Und du hast gerade gesagt, dass das Buch auf den Markt gekommen ist und meine Mutter verstorben ist.

00:06:18: Da haben sich auch unsere Wege getroffen!

00:06:19: Es war genau der richtige Zeitpunkt, dass ich die richtigen Frauen treffe.

00:06:24: Wir haben schon mal zusammen Lesung gemacht und wir haben auch schon ein Podcastgespräch gemacht.

00:06:28: Ich zitiere ganz häufig in meinen Mentorings, wenn es um das Thema Verlust der Mutter geht oder im Business-Kontext Frauen zu mir sagen ja, das ist alles gerade ganz schwierig.

00:06:38: Dann sag ich immer wieder deinen Satz, den du so schön gesagt hast.

00:06:41: Du wirst nie wieder die Alte sein und das war ein sehr bezeichnender Satz der wichtig für mich war.

00:06:47: Aber erklär uns mal in welchem Kontext der wichtig war auch für dich zu erkennen?

00:06:52: Das ist vielleicht ein Schlüsselsatz, den natürlich gleich wieder herausgefunden

00:06:57: hat mit deiner unglaublichen Gare

00:07:00: Menschen und Dinge zu erkennen.

00:07:02: Genau!

00:07:02: Das war ein bisschen das Schlüsselssatz, weil damals mein Partner immer gesagt hat So nach Motto, wann ist denn jetzt mal gut mit Trauern und wann bist du wieder die Alte?

00:07:11: Und ich hab das auch selber immer gedacht.

00:07:13: Ich habe dann gedacht so wie Trauer ist vorbei und ich bin wieder die alte also es dauert vielleicht halbis Jahr oder maximal ein Jahr und dann ist es auch gut.

00:07:22: Und das war aber nicht so, und das war eigentlich diese Entwicklung die jetzt in diesem Buch auch dann glaube ich gut rausgearbeitet ist auf über hundert Seiten dass man halt gar nicht die alte wieder werden kann.

00:07:33: So'n Trauererlebnis das hast du sicher auch erlebt Das verändert einen so massiv.

00:07:38: in allem was man erlebt hat bleibt ja kein Stein mehr auf dem anderen stehen ganz natürlich, dass man danach nicht mehr die Alte ist.

00:07:46: Das ist eigentlich total widersinnig.

00:07:47: der Gedanke das man die alte sein will weil nein kann man gar nicht und sollte man auch gar nicht weil es ja auch ein Erlebnis was einem prägt

00:07:55: und was

00:07:55: auch etwas Positives hat dass man so etwas erlebt hat

00:07:58: am Ende Total.

00:07:59: Und ich glaube, das ist für mich wirklich ein richtiger Schlüsselsatz gewesen.

00:08:05: Du wirst nie wieder die Alte sein!

00:08:06: Also damals ist der in unserem Podcastgespräch gefallen im Jahr und habe danach den Laptop zugemacht und gesagt so ja stimmt eigentlich Ich hab danach einfach in völliger Freiheit und Leichtigkeit mein erstes Start-up losgelassen, was ein Riesending war eigentlich.

00:08:23: Und was super erfolgreich war.

00:08:24: aber ich hätte mich immer wieder an die alte Rolle pressen müssen damit ich das hätte halten können.

00:08:29: also die Frau, die ich war bevor meine Mutter gestorben ist finde irgendwie wird man da auch erwachsener ne?

00:08:34: Also so man entwächst egal wie altman es da sind wir schon so beim Thema so dieses du hast Bücher gefunden dazu wenn man eine alte Mutter oder im Alter die Mutter verliert.

00:08:44: Weil es ist ja unüblich, dass man mit Anfang dreißig, du warst ein Dreißig bei Dreiunddreißig die eigene Mutter verlieren.

00:08:49: und gleichzeitig ist es in meiner Wahrheit das größte Wachstum was ne Frau hinlegen kann gerade auch im jungen Alter wenn sie damit stark umgeht beziehungsweise sich auch Support holt und sich damit auseinandersetzt und es nicht verdrängt.

00:09:02: aber glaubst du, dass es einen großen Unterschied macht?

00:09:04: Dass der Zeitpunkt wann wir unsere Mutter verliern?

00:09:09: Also, ob wir jetzt keine Ahnung.

00:09:11: Wenn die Mutter stirbt oder Anfang dreißig?

00:09:14: Ich glaube das Entscheidendste ist die Beziehung zur Mutter.

00:09:17: Wie sehr man losgelöst ist wie sehr ... Ist man auf

00:09:21: Augenhöhe

00:09:22: hat man ein geklärtes Verhältnis.

00:09:24: ich glaub dass es am Ende entscheidender als jetzt die Zahl, wie alt ich bin was natürlich schon

00:09:29: auf alle

00:09:30: Fälle einen großen Unterschied macht ist wenn ich als Kind meine Mutter verliere glaube ich nicht nur.

00:09:36: Ich weiß, das hat natürlich ganz andere Folgen für einen selber fürs ganze Leben weil man an ganz vielen Stellen ohne Mutter ein ganz anderes aufwachsen hat.

00:09:46: aber jetzt die Frage ob wir beide ein dreißig-dreindreißig oder mit einem vierzig oder einen fünfzig?

00:09:52: Ich glaube der größte Unterschied ist einfach das Verhältnis was man dann hatte.

00:09:56: also wie ist man im Miteinander.

00:10:00: Und ich weiß nicht, ob du das auch beobachtest bei deinen Freundinnen?

00:10:04: Dass die jetzt eigentlich alle... Da ist ein bisschen so'n Schiff.

00:10:07: die jetzt mit ihren Eltern ganz anders umgehen, wo natürlich auch mehr so eine Sorgeverantwortung für die Eltern tragen und sich ganz viel kümmern und machen.

00:10:14: Und es ist natürlich ein Unterschied, ob man plötzlich derjenige ist, der angerufen wird oder nicht immer nur diejenige, die anruft, um irgendwelche

00:10:21: Fragen zu stellen.

00:10:22: Und diesen Schiff konnten wir beide halt nicht miterleben?

00:10:25: Also du hast ihn wahrscheinlich auch nicht mitterlebt,

00:10:27: ne?

00:10:27: Ja meine Mutter war krank.

00:10:29: also das war glaube ich noch was anderes und gleichzeitig hatte sie aber meinen Vater, der sich da total in den Dienst gestellt hat.

00:10:35: Ich erlebe das aber im Umfeld, was du sagst.

00:10:37: Also so die Eltern werden jetzt in meinem Umfeld auch ein bisschen älter und brauchen die Hilfe der Töchter Und es ist für uns nicht gegeben.

00:10:45: also ich glaube Das ist eine ganz andere Lebensphase in die man sich da begibt pflegende Tochter zu sein als trauerne Tochter Zu sein also Ganz ganz unterschiedlich.

00:10:57: und gleichzeitig hat Ich hatte letztens eine Freundin, bei der ist das richtig krass.

00:11:03: Die stellt sich gerade voll in den Dienst ihrer Eltern.

00:11:05: Die ist auch schon Mitte fünftig und die Eltern über neunzig.

00:11:07: Die Mutter ist gestorben mit über neundzig.

00:11:09: Trotzdem ist es ein richtig krasser Prozess des Loslassens.

00:11:13: Das ist ein wichtiger Aspekt, wo man sagt, was ist die Beziehung zur Mutter?

00:11:17: Also ich war immer sehr freiheitsliebend unabhängig und hatte trotzdem eine Beziehungen zu meiner Mutter.

00:11:24: Es weiß nicht meine beste Freundin so wie das vielleicht bei anderen so ist.

00:11:28: Wir hatten eine enge Beziehung und gleichzeitig aber auch ne losgelöste Beziehungen.

00:11:32: Ich glaube, das hat auch darüber entschieden wie man mit dem Verlust der Mutter umgeht.

00:11:36: Dass man klar kommt wenn sie da ist, dass man noch weitergehen kann wenn sie nicht mehr da ist.

00:11:40: Und dass so ein Los-Los-Prozess am besten Fall auch schon bisschen passiert wenn die Mutter noch irdisch hier ist.

00:11:47: Also... Das ist ja auch so ein bisschen wie die Nabelschnurne.

00:11:49: Wie sehr hängt man noch an der Mutter?

00:11:52: Wie ist man noch ans sie gebunden?

00:11:54: oder wie sehr steht man auf eigenen Füßen?

00:11:56: und das hat jetzt mit dem Alter relativ wenig zu tun.

00:11:59: Ich finde es immer ganz interessant, Kinder oder wie andere ihre Mutter nennen.

00:12:04: Also ich hatte eine Freundin, die war mit zwanzig.

00:12:07: da hat sie schon immer den Vornamen gesagt das war Uschi und der Vater weiß ich gleich wieder wie er hieß Wilhelm sag' ich jetzt mal Uschi & Wille und anderen einer Freundin von mir sie sagt immer Papi und Mami also Mami und Papi haben mich so finde ich immer so interessant da kannst du nicht per se was draus lesen.

00:12:21: aber das zeigt ja irgendwie ne Andere Miteinander, eine andere Form wie man sozusagen mit dem anderen umgeht.

00:12:29: Also das sind so Kleinigkeiten.

00:12:30: aber wo ich dann manchmal denke das kannst du halt mit zwanzig schon machen sagst du schon Uschi und Willem oder du kannst es auch mit siebzig malen oder auch nie machen.

00:12:37: Natürlich ist irgendwie ein

00:12:39: Unterschied.

00:12:40: Ja und das ist wirklich auch ein Unterschied nicht glaube zum Beispiel bei mir war es so ich war schon Mama.

00:12:45: Also, ich war schon Mutter in dem Alter.

00:12:47: Meine Tochter war auch schon sieben und fast acht.

00:12:50: Und meine Oma ... also, meine Mutter war schon Oma.

00:12:52: Das war eine ganz andere Verschiebung der Altersphase ne?

00:12:56: Ich glaube es ist trotzdem was anderes erlebtes und das war bei dir ähnlich Wenn man die Mutter verliert wenn man quasi noch gar nicht selber Mutter isst.

00:13:03: Also hab letztens beim Joggen noch mit einer Freundin darüber gesprochen.

00:13:05: Die ist auch ein bisschen älter als ich und die hat die Mutter verloren.

00:13:08: da war sie Anfang dreißig oder Ende zwanzig und hat gesagt, das war ganz schlimm für sie ein Kind zu bekommen.

00:13:13: Und die eigene Mutter war in der Situation nicht da.

00:13:15: also ich glaube es ist so individuell die Mutter zu verlieren dass wie du sagst ist voll schwierig ist einen Ratgeber zu schreiben.

00:13:23: man kann Impulse setzen aber den rat dazu zu geben Das sollte ja keine Beratung ohne Auftrag und kein Rad wenn du mich nicht fragst.

00:13:32: Also sage ich immer Da doch mal reinzugehen Wie hast du dich gefühlt?

00:13:40: Du beschreibst ja in dem Buch auch so diese Lehre oder dieses Gefühl von, hey und jetzt gehen nach der Beerdigung alle weiter.

00:13:48: Und mein Leben bleibt gefühelt irgendwie stehen.

00:13:50: also das ist ja auch noch mal ein Aspekt den sich vielleicht wahrscheinlich die Hörer hier gerade im Podcast Format fragen wie bist du dann dann weitergegangen?

00:14:00: Also wie bist für dich persönlich daraus gegangen?

00:14:06: Ja, also die Beerdigung ist natürlich... Wie sagt man?

00:14:11: Einschneidendes Erlebnis für mich gewesen.

00:14:12: Da werden wir ja bestimmt auch am Donnerstag drüber sprechen.

00:14:15: Da wird Jana vielleicht auch nochmal Anführungszeichen Tipps haben oder wie man da gut durchgeht.

00:14:21: Für mich war das ein ganz schlimmes Erlebnis.

00:14:23: Auch damit zusammenhängen, dass ich gar nicht wollte, dass meine Mutter beerdigt wird.

00:14:26: Ich wollte ja auch nicht, dass sie stirbt!

00:14:27: Es war ein grundlegendes Problem, okay.

00:14:31: Ein

00:14:33: grundlegliches Problem aber bei meiner Mutter war es an sich jetzt im Nachhinein sehr schön weil die Kirche voll und zwei Hundert Menschen alle kamen und das ist an sich ja ein positives Signal.

00:14:43: aber ich hätte in dem

00:14:44: Moment eigentlich gar nichts gebraucht.

00:14:46: ich hatte auch gar niemandem gebrauch.

00:14:47: vielleicht Ist das so ein Erkenntnis, die man dann vielleicht auch eher, wenn man älter ist und die Mutter verliert oder liebende Menschen, wo man

00:14:55: schon eher weiß was

00:14:56: will ich eigentlich?

00:14:57: Oder eine Beerdigung schon vorgeplant.

00:14:59: Das

00:14:59: war halt auch wirklich gar nichts vorgeklagt!

00:15:01: Ich bin über den Friedhof mit meinen Brüdern und habe geguckt, wo will meine Mutter beerdigt werden?

00:15:07: in

00:15:08: einer

00:15:08: Graf- oder Vierergraf.

00:15:09: Also es war wirklich gar nix irgendwie ja da schon da... Und deshalb war die Beerdigung so'n ganz schlimmes Erlebnis die Tage danach.

00:15:19: Mein Problem war aber einfach, dass ich dann in mein altes Leben zurückging und da trauerte ja niemanden.

00:15:24: In meinem Leben ist ja alles gleichgeblieben.

00:15:26: Ich kam sozusagen

00:15:27: in den Alltag

00:15:28: hier einfach so als wäre gar nichts passiert und das ist mir wahnsinnig schwer gefallen.

00:15:33: Und ich habe dann ja dem Weg gemacht und bin in eine Trauergruppe gegangen was mir sehr geholfen

00:15:37: hat, was

00:15:38: aber auch schwierig war sozusagen sich dazu öffnen weil man ja auch immer so ein bisschen neigt, in der Trauer zu versinken.

00:15:46: Aber das hat mir in dem Moment richtig geholfen, um da wieder rauszukommen.

00:15:52: Aber die Beerdigung war wirklich so ein ganz negatives Erlebnis.

00:15:56: Voll!

00:15:57: Und ich hatte gerade vor dir noch eine Kundin, die macht gesetzliche Betreuung und setzt sich grad mit einem Produkt auseinander was genau das vorher wegnimmt.

00:16:06: also dass man sich zu Lebzeiten mit der Endlichkeit auseinandersetzt quasi wie so ein Ordner in den Schrank stellt und sagt hier, alles was ich will steht da drin.

00:16:16: Und nicht nur rechtliche Dinge sondern auch wirklich persönliche Dinge wie Beerdigung, Glumschmuck.

00:16:22: gibt es irgendwelche Wünsche.

00:16:24: Da hat sie zu mir gesagt dass es ihr voll wichtig ist.

00:16:26: Sie hat selber auf die Mutter verloren das nächste Woche Donnerstag auch am Start und hat gesagt ne es braucht doch so einen... auffälligen Ordner, der irgendwo im Schrank steht.

00:16:33: Den nimmst du raus und dann steht da einfach bitte die Anleitung wie das jetzt zu gehen hat.

00:16:38: Und darüber möchte ich mir keine Gedanken machen.

00:16:40: also darüber sollte sich derjenige Gedanken machen, wer geht?

00:16:43: Ich glaube da sind wir aber auch gerade auf einem neuen Weg der Trauer und der Thematik Endlichkeit des Lebens dass Menschen früher anfangen sich damit Gedanken darüber Gedanken zu machen.

00:16:53: Also dass wir in einer Besprechbarkeit bezüglich Tod- und Trauer stecken.

00:16:58: Na, Tod ist natürlich immer noch ein großes Tabuthema.

00:17:02: Und auch zwischen den Menschen natürlich.

00:17:04: Also ich weiß jetzt, im optimalen Fall würde man ja den Ordner nicht nur in Schank stellen sondern vorher mal miteinander besprochen haben und im allerperfektesten Fall würden dann vielleicht die Menschen auch sagen also die Tochter kann dann vielleicht auch sagen Ich würd mir doch das wünschen oder ich stelle es mir so vor oder was auch über oder nicht nur die Tochters wird dir vielleicht noch mehr Menschen wieder mitregen.

00:17:25: Aber dass da so gar nichts ist, das macht es natürlich sehr viel schwieriger.

00:17:30: Weil man dann sowieso in einer Situation ist, in der man überfordert ist und ganz viele Entscheidungen treffen muss.

00:17:37: Wo man vielleicht jetzt auch sagen kann, ist es nicht so wichtig aber in dem Moment ist es natürlich ganz wichtig, dass man einen schönen Abschied hat.

00:17:43: Voll!

00:17:44: Und da sind wir an den Punkt, also dass das Buch am Anfang ja auch echt Startschwierigkeiten hatte.

00:17:50: Da haben wir uns schon häufiger darüber unterhalten weil... Tod und Trauer auch in der Buchhandlung noch nicht so einen großen Raum hat, oder?

00:17:58: Ja das ist so.

00:17:59: Das ist echt schade also jetzt mittlerweile nicht... Also mittlerweile hat sich es ja sehr gut... Deshalb ging ja jetzt nochmal die neue Auflage und zweite Auflage.

00:18:06: Also es hat dann am Ende dann Christina Heimrichti auch mitgeholfen und ganz vielen tollen Lesungen!

00:18:12: Und ich war ja auch bei FrauTV, weil seit eines Frühstücks Fernsehen.

00:18:16: Es hat dann ganz viel geholfen.

00:18:18: aber es war wirklich schwer Ja, sozusagen in die Medien erstmal reinzukommen und du hast vollkommen recht.

00:18:24: Das ist einfach so ein Tabuthema.

00:18:26: Die Leute wollen sich eigentlich nicht damit auseinandersetzen.

00:18:28: Deshalb gibt es den Ordnern nicht.

00:18:30: Deshalb spricht kaum jemand drüber und deshalb ist es glaube ich auch so schwer dann mit Trauern klar zu kommen.

00:18:37: also das ist ja auch ganz... Schwierig für viele Menschen, wie gehe ich mit jemandem um der gerade wen verloren hatte.

00:18:43: Und ja das tote und trauer.

00:18:45: also dieses buch ist vielleicht auch eine auseinandersetzung mit dem thema viel weniger als jetzt.

00:18:50: meine mutter ist gestorben.

00:18:51: auch Ich kaufe mir dies buch aber es war hier auch so ne Auseinandersetzung.

00:18:56: Was ist das eigentlich ein trauerweg?

00:18:58: Und was ist eigentlich einen abschied?

00:18:59: und Ja Wie lange trauert man und all solche fragen die man sich vielleicht nie stellt aber wo's eigentlich gut ist, wenn man sich vorher schon mal genappen gemacht hat über die eine oder andere Frage auch der Mutter gegenüber.

00:19:13: Was wünsche ich mir von der Mutter?

00:19:14: Ich habe das jetzt ganz oft in den Lesungen, dass die Frauen zu mir kam und da ist was zurückgeblieben.

00:19:19: also sie haben sozusagen

00:19:20: noch ein

00:19:22: Konflikt mit der Mutter, den Sie nie aussprechen konnten und das ist dann wie so Alles, der da über die

00:19:30: ganzen

00:19:30: Trauer liegt oder eine Blockade.

00:19:33: Das ist natürlich auch ganz bitter, wenn man das am Ende nicht mehr miteinander aussprechen und sich auseinandersetzen konnte.

00:19:40: Und es ist kein Einzelfall!

00:19:41: Es gibt eher in meinen Lesungen Frauen, die ein kompliziertes oder schwieriges Mutterfeldes haben als die ein inniges Positives haben.

00:19:50: Ich glaube gerade zwischen Mutter und Tochter ist das so ein Mutter-Tochter-Ding.

00:19:55: Scheiße, auch Kapitel zu geschrieben.

00:19:57: So was ist eigentlich dieses Mutter-Tochter-Ding?

00:19:59: Also ich hab selber eine Tochter und ich sag halt immer so Maus ... Ich bin auch zum ersten Mal Mutter, ne?

00:20:06: Also, ich übe das noch!

00:20:08: Und gleichzeitig ... Wenn man selber Mama ist und auch eine Tochter hat, dann weiß man aber auch ganz häufig oder sieht das selber.

00:20:15: Und er liebt es häufig, dass man so wirklich auch das gespiegelt bekommt wie man selber isst.

00:20:19: Die Generation unserer Mütter war glaube ich nicht unbedingt die Generation, die sich ihre Thematiken desingierend angeguckt hat oder uns da auch sehen konnte in unserer Vollkommenheit.

00:20:30: Ich glaube deswegen kommt da jetzt gerade ... Es ist echt noch so ein Generationsthema vielleicht gar nicht so ein generelles Mutter-Tophter Thema sondern ein generales Generationsthema Weil ich finde schon, dass die Generation plus viel bewusster ist.

00:20:44: Persönlichkeitsentwicklung ist das normal.

00:20:47: Das war für meine Mutter, die hatte damit nix am Hut also ... Die kannte es gar nicht!

00:20:52: Nee, meine auch nicht.

00:20:53: Ich hab's damals ja

00:20:54: noch nicht so, ne?

00:20:55: Du warst ja noch früher, das is crazy.

00:20:59: und ich glaube, es ist trotzdem wichtig, wenn man merkt, dass wenn da unausgesprochene Dinge über den Tod hinaus sind, dass man dahin guckt und sich das auch anguckt.

00:21:09: Dass man es nicht in so einem Vorwurf dauerhaft mit sich rumschleppt, weil man sich ja selber damit beschwert also...

00:21:17: Aber das ist gerade die Herausforderung, ne?

00:21:19: Die Mutter-Tochterbeziehung ist oft

00:21:21: geprägt

00:21:22: von einerseits so viel näher und andererseits so viele Emotionen,

00:21:27: dass das

00:21:27: ja so schwer ist.

00:21:28: Das ist wahrscheinlich bei dir in den Coachings ganz oft diese Mutter.

00:21:31: Der Thematik Fundamentalen Themen unseres Lebens und viele fällt das ja so schwer, was ich auch verstehe.

00:21:40: Aber Themen mit der Mutter anzusprechen oder auseinanderzusetzen oder Mütter die so dominant sind und sich da frei zu machen also es gibt da ja verschiedenste Formen der Mutter die ganz schwierig sind, als Tochter mit umzugehen.

00:21:54: Und wir, wenn wir Töchter haben so wie bei dir... Du kennst das ja bestimmt auch?

00:21:59: Dass man denkt okay da sag ich jetzt mal nichts, aber eigentlich möchte man was sagen.

00:22:02: Eigentlich

00:22:04: müssten sie immer noch etwas sagen,

00:22:05: aber ich sage jetzt mal nicht und dann sagt man doch was und ist es doch wieder falsch.

00:22:08: Also es ist ja schon im

00:22:10: Kleinen,

00:22:10: wenn man erst denkt sie sind noch älter.

00:22:13: also es ist einfach ein ganz schwieriger Ballonsakt, wie man dieses Mutter-Tochter-Ding gut durchschifft.

00:22:22: Ja und ich glaube, das ist auch ein lebenslanger Akt weil man es so sagen möchte.

00:22:28: Ich erlebte es halt auch ganz häufig dass eine ungeklärte Mutter-Tochterbeziehung gerade auch bei Frauen die sich selbstständig machen die Gründen die einen Business aufbauen super blockierend sein kann.

00:22:39: Ja, man könnte erfolgreicher sein als die Mutter.

00:22:42: Es könnte die Mutter blenden ... Die Mutter hat Ängste, die sie auf die Tochter projiziert und so weiter.

00:22:48: Ich denke immer, neben meiner Mentoringarbeit bin ich auch manchmal die Therapeute von nebenan, weil das sind echt Blockaden, die ganz viele Frauen haben.

00:22:57: Und es ist vielleicht deswegen erst dann tun, wenn die Mutter gar nicht mehr irdisch auf dieser Welt ist.

00:23:02: Ganz viele Frauen gründen erst in Anfangsschrichen spät, wobei ich nie glaube, dass es einen guten Zeitpunkt gibt.

00:23:09: Aber erst wenn diese Situation wirklich intens geklärt ist, ist manchmal auch die Freiheit da als Frau das zu tun.

00:23:16: Also das ist wirklich interessant.

00:23:18: Ja.

00:23:18: Aber sind sich vielleicht auch diese Sätze, die man dann immer so ... Als Mutter, also die Mutter trichtet einen ja in bestimmte Formen auch

00:23:28: ein?

00:23:29: Ja, dieses Selbstständigkeit ist gefährlich.

00:23:31: Das macht man nicht.

00:23:33: Je nachdem wie man geprägt worden ist... Ich komme z.B.

00:23:35: aus einem angestellten Familienhaushalt und da war Selbständigkeit so, oh mein Gott das machen wir nicht, das ist gefährlig!

00:23:41: Und gleichzeitig sich davon abzukapseln, ist glaube ich wirklich da ganz häufig.

00:23:46: auch nochmal ein Thema darüber hinaus.

00:23:50: Ich habe mir noch die Frage, wie trauern wir denn richtig?

00:23:52: Gibt es einen

00:23:53: richtig?!

00:23:55: Ich glaube, ein richtig ist überhaupt zu trauern.

00:23:58: Also sich den Trauerweg selber zu erarbeiten und ihn zu gehen das ist schon mal das Richtige.

00:24:03: also jetzt nicht so sagen wie ich das vielleicht auch anfangs versucht habe weiter geht es und ich werde bald wieder die alte sondern dass so anzunehmen unter ist eigentlich ja so eine wachstumsphase oder eine entwicklungsphase wo man ganz viel von sich selbst in bestimmte Richtungen formen kann oder sich selber neu entdecken kann.

00:24:23: Genau, das ist richtig ausgedrückt und diesen Weg zu gehen.

00:24:26: Und bei mir war das natürlich der Schreiben aber es muss nicht das Schreiben sein.

00:24:29: Aber es kann schon was sein, was so in die Auseinandersetzung des einen dabei unterstützt.

00:24:35: Das Schreiben gehört dazu, aber es kann finde ich auch Hegeln sein oder Stricken sein oder den Jakobsweg laufen oder nur von hier nach Hamm laufen.

00:24:45: Also es gibt wahrscheinlich hundert

00:24:46: Arten

00:24:47: wie man den Trauerweg und dieses Trauerverhältnis sich beschauen kann, sich damit auseinandersetzen.

00:24:54: Und ich glaube das ist richtiges Trauern, dass man halt nicht versucht weiterzumachen und mein Leben bleibt wie es ist sondern dem einfach Raum gibt.

00:25:02: Ja voll!

00:25:04: Ich muss immer so schmonzenlich liebe ja die deutsche Sprache und Wortgenauigkeit

00:25:08: usw.,

00:25:09: wenn man Menschen zuhört, wie sie sprechen miteinander auch so über Tod, Verlust, Trauer.

00:25:14: Dann sagt man ganz häufig hört man dann so, das hat sie aber gut weggesteckt!

00:25:18: Das hat sie gut verpackt.

00:25:20: und ich denke mir mal so nein lass es sich nicht wegstecken, lasst uns das nicht verpacken, lass uns das bitte einfach auspacken und angucken und da durchgehen weil es ist glaube ich nicht erstrebenswert die dinge wächst zu stecken oder zu verpackten weil dann sind sie im emotionalen Keller und schliegen uns wahrscheinlich irgendwann um die Ohren.

00:25:34: also Das ist auch noch mal ganz spannend.

00:25:38: Vor allem ist so das, was ich durch dein Buch wahrgenommen habe und für mich mitgenommen hab damals vor fünf Jahren ... dass Trauer in Wellen kommt.

00:25:48: Es gibt nicht dieses So, das ist jetzt alle schwarz!

00:25:51: Und das ist die nächsten fünf Jahre schwarz.

00:25:53: Sondern es kann total rosa im Bund sein.

00:25:56: Im nächsten Moment kommt auf einmal eine Welle.

00:25:57: Du denkst dir, wo kommt die jetzt her?

00:26:00: Also... Ist das immer noch so bei dir?

00:26:04: Bei dir ist es schon länger her, aber wie lange ist es jetzt her?

00:26:08: Fünfzehn Jahre.

00:26:11: Ähm ... Jetzt ist ... Genau, sechzehn Jahren her eine ganze Weile.

00:26:17: Es ist immer noch nicht mehr so schlimm.

00:26:22: Dass sich diese ganz krassen Trauerwellen waren die ersten Monate und auch die ersten ... anderthalb Jahre, aber dann nicht mehr.

00:26:33: Jetzt ist es eher so, dass es Momente gibt, die sehr traurig sind.

00:26:36: Voll!

00:26:36: Aber nicht mehr, dass die Trauer ... Ich würde auch vielleicht sagen gar nicht, dass sie Trauer noch da ist.

00:26:43: Die Trauer verflüchtigt sich schon, aber das ist ein Schmerz, der immer bleibt, das ganze Leben.

00:26:48: Ich glaube, Trauer verwandelt sich irgendwann in auchem Vermissen oder Erinnern.

00:26:54: Das ist glaub ich auch so was man unterscheiden darf, dass Trauer nicht für immer bleibt?

00:26:59: Oder also... Empfinde ich zumindest so.

00:27:03: Würdest du das für dich auch so sehen?

00:27:04: Voll, ich hatte es letztens.

00:27:05: erst vor vierzehn Tagen, hatte meine Mutter Geburtstag und dann gehen wir mal klassisch zum Friedhof und haben Blumen gebracht.

00:27:14: Und dann sind wir noch spaziergegangen, mein Mann und ich.

00:27:17: Mein Mutter ist in ihrer Heimatstadt begraben also beerdigt worden Und dann waren wir in der Stadt und haben auf dem Marktplatz gesessen und sind mitten in so ein Stadtfest reingeraten.

00:27:24: Also genau das, was man zum Tag brauchst!

00:27:27: Dann habe ich zu meinem Mann gesagt, komm, setz uns jetzt hierhin beobachten Menschen und haben mir dann weingetrunken.

00:27:32: Ich hab richtig gemerkt.

00:27:33: es ist also gar nicht in so einer Trauer sondern in einem Vermissen dass ich gedacht habe oh, da ist jetzt so einen Moment, da hätte ich gerne mit meiner Mama da gesessen mich gut ausgetauscht und das war wirklich so wo ich gedacht hab gut, dass meine Sonnenbrille groß ist um mich jetzt hier keiner sehen kann, also gefühlt.

00:27:49: Aber das sind so Momente, die kommen dann einfach aus dem Nichts oder ich empfinde es ganz häufig unter der Dusche.

00:27:56: Also Dusche ist ja auch ein Ort ... Das kommt aus einer therapeutischen Arbeit zu Thematik, dass das ein Ort ist, an dem wir unabgelenkt sind und in dem Wasser fließt und dementsprechend Emotionen in den Fluss kommen.

00:28:07: Und dann eine Welle über mich schwappt.

00:28:11: Manchmal habe ich das Gefühl, das ist ein Zunami Ich würde sagen, alle halbe Jahrmal mittlerweile.

00:28:17: Am Anfang war das viel häufiger so aber die Dusche ist wirklich gefühlt mein Trauerort geworden nach dem Turm meiner Mutter.

00:28:22: So verrückt es klingt weil da war niemand.

00:28:25: Da war ich alleine mit mir, da war ich allein mit dem Wasser und da hatte keine Ablenkung.

00:28:29: also ich glaube schon dass das...

00:28:34: Die Dusche habe ich noch nie als Trauer Ort erlebt, aber auch mal so unterschiedlich

00:28:38: ist das.

00:28:39: Was ist das denn bei dir?

00:28:40: Also was sind so Orte wo das bei dir hochkommt?

00:28:44: Na, das sind auch eher so Momente.

00:28:47: Das Stadtfestbeispiel finde ich toll in dem Sinne weil man früher also das erste anderthalb oder die ersten zwei Jahre diese ganzen Feiertage und Geburtstage ist hier unerträglich.

00:28:59: Das ist das Schlimmste was passieren kann finde ich den Geburtssatz zu erleben und es ist auch der eigene Geburtstag.

00:29:06: Den eigenen Geburtstag fand ich auch ganz schrecklich.

00:29:08: die ersten Jahre Das ist dann auf einmal irgendwie so weg und auch der Todestag, den mein Mutter hat in zwei Wochen Geburtstag.

00:29:17: Den finde ich jetzt gar nicht mehr so schlimm also irgendwie ja Nicht so.

00:29:22: Aber es gibt dann halt Momente, bei mir ist das zum Beispiel, wenn ich mit den Kindern was mache und dann denke ich manchmal,

00:29:27: oh, ist das

00:29:27: gemein, dass meine Mutter nicht da sein kann?

00:29:29: Auch für sie also gar nicht nur für mich.

00:29:31: Das hat sich auch so gedreht.

00:29:33: am Anfang habe ich immer gedacht, isst das gemeint!

00:29:34: Ich hab meine Mama nicht mehr... Und jetzt denke ich ganz oft, oh ist das Gemeinnig für meine Mama, dass die jetzt nicht hier sein kann, der ist dir gerade die Einschulung meiner Tochter nicht miterlebt.

00:29:43: Wie schön wäre das für Sie?

00:29:46: Ja das bleibt dann so

00:29:48: Voll, das glaub ich bleibt auch immer so.

00:29:50: Da ist doch ein gewisser Wut.

00:29:53: Manchmal hab' ich das Gefühl also... Ich hab halt auch einfach ein Umfeld, in dem alle ... Also wirklich mein engster Freundeskreis, da leben alle Mütter nicht mehr.

00:30:01: Und die sind alle unter vierzig.

00:30:02: Das ist ja ... Wir nennen uns immer schon bisschen galgenhumormäßig der Lost-Marm-Klapp.

00:30:07: Darüber könnte man wahrscheinlich auch einen Buch schreiben wie so'n Freundeskreis in den Dreißigern funktioniert wenn die Müttern nicht mehr sind und haben aber auch alles den Verlust der Mutter der jeweiligen anderen erlebt.

00:30:19: Ich glaub das hat mich aber auch getragen weil ich war die Letzte, die die Mutter verloren hatten, nicht die Erste Die beste Freundin aus der Jugend, die ihre Mutter als Erste verloren hat.

00:30:28: Vor einem halben Jahr ist sie Mama geworden zum ersten Mal und das ist schon heftig herausfordernder Prozess.

00:30:33: also da beobachte ich es ganz nah dran wo ich mir so denke wow da habe Ich auch Respekt vor.

00:30:38: also da hab ich wirklich respekt vor da so durchzugehen.

00:30:42: Und ja, das ist irgendwie spannend.

00:30:44: Weil sie sagt auch so ... Dann will man seine Mama anrufen und dann will man fragen und passiert es einfach nicht.

00:30:50: Dann kommt jetzt noch mal so Gefühl, dass zehn Jahre her die Mutter tot ist eine zweite Trauerwelle.

00:30:54: Also richtig aus dem Nichts, wo du dich fragst, was für eine Persönlichkeitsentwicklung die jetzt stattfindet?

00:31:02: Genau!

00:31:02: Aber ich glaube, das is ganz individuell wie Menschen das dann auch wahrnehmen.

00:31:08: Aber dass man noch mal so eine weitere Trauerwelle hat, das kommt wohl ganz oft vor.

00:31:12: Das habe ich auch erlebt und das erleben ganz viele.

00:31:14: Das ist auch wohl oft... Da bin ich nicht an den Punkt aber in dem Alter wo die Mutter gestorben ist, dass man dann selber noch einmal ganz helftig trauert weil man es da natürlich nochmal anders erlebt.

00:31:25: Weil man weiß okay meine Mutter ist in dem alter Gestorben und jetzt bin ich selber so alt.

00:31:28: Es löst wohl auch bei vielen Töchtern nochmal

00:31:34: ein Trauerprozess aus.

00:31:35: Ja, aber wie gesagt ... Also ich muss sagen das war, also wie gesagt der Tod war heftig.

00:31:40: Aber gleichzeitig hat er auch ganz viel Wachstum mitgebracht und ich wünsche mir halt auch mal für die Frauen, die das hören dass sie da irgendwie auf was irgendwann was Positives drin sehen egal wie herausfordernd das natürlich ist.

00:31:54: ne?

00:31:56: Was würdest du sagen?

00:31:57: es ist das größte Geschenk was das Buch dir gemacht hat aber auch den Menschen dies lesen

00:32:03: Christina Heinrich kennenzulernen.

00:32:10: Das größte Geschenk ist eigentlich, dass es veröffentlicht wurde, weil ich hatte mich dann schon so dran fest.

00:32:17: gebissen, dass ich dachte es kann noch nicht sein.

00:32:19: Dass die Töchter... Du sagst jetzt auch du hast viele in deinem Umfeld.

00:32:23: dann habe ich gedacht das kann doch nicht sein, dass mir gar kein Buch gibt für die Törchter die das so erleben müssen in dem Alter!

00:32:29: Ich fand das fast schon ein bisschen diskriminierend, dass gerade junge Töchter da irgendwie nicht gesehen werden.

00:32:37: und es gibt zum Buch.. Das hatte ich damals auch gelesen einer Amerikanerin Und die hat irgendwie sechshundert Seiten zum Tod ihrer Mutter geschrieben, die war damals siebzehn und hat dann irgendwie drei Seiten zum Tot von dreißig bis vierzigjährigen.

00:32:51: Sie gesagt hat sie kann das gar nicht verstehen dass es auch noch so schlimm ist wenn man schon über Dreißig ist.

00:32:55: oder habe ich damals gedacht ja also immer in irgendeiner Form schlimm?

00:33:01: nein und das Buch hat ganz viel positives vorgebracht Die Lesungen waren gut Das Feedback der Mütter und der Töchter die vor allen Dingen auf mich zukamen und das ist dann ganz oft bei Lesung.

00:33:14: Ich habe ja auch noch ein Seminar dazu gegeben, also ich glaube dass man einfach ganz viel in die Welt getragen hat und ich in die Welttrage durfte, dass sich das Thema irgendwie mal öffnet und es ist ein riesiges Geschenk.

00:33:26: Voll!

00:33:27: Ich verschenke das immer wenn jemand die Mutter verliert und erlebe das immer viel schöner als eine Trauerkarte.

00:33:33: Das muss ich einfach so sagen weil Du hast in deinem Buch auch wundervoll geschrieben, dass die Trauerkarten dich durchgetragen haben.

00:33:41: Dass du gesagt hast, es hat dich getragen und so viele Menschen an die Mama denken?

00:33:46: Ich glaube ich hab mir die Trauerkarten von meiner Mutter bis heute nicht durchgelesen.

00:33:50: Das war nicht wichtig!

00:33:52: Also das ist auch noch mal so krass, wie unterschiedlich man da ist.

00:33:56: Hat dich nie das Bedürfnis... Und gleichzeitig fand ich's total spannend wär ... wie reagiert hat nach dem Tod der Mutter?

00:34:03: Also, von denen man vielleicht in dem Moment die größte Reaktion erwartet hätte oder auch den Rückhalt.

00:34:08: Das war irgendwie raus.

00:34:10: und von denen, die man so gar nicht aufm Schirm hatte, die standen auf einmal vor der Tür.

00:34:16: Ich glaube tatsächlich ... Da können wir auch noch darüber reden, dass so diese Berührungsängste hast du ja gerade gesagt.

00:34:21: Wie geht die Gesellschaft mit dem Thema um?

00:34:23: Und wie gehen wir auch mit Menschen um die Trauern?

00:34:26: also das hat mir selber auch nochmal gezeigt es gibt da gar kein richtig und gar keinen falsch.

00:34:32: Ich würde niemals sagen, melde dich wenn du was brauchst.

00:34:38: Das ist ungefähr der beschissenste Satz, den man bringen kann weil niemand meldet sich, wenn er dann etwas braucht, weil er gar nicht weiß, was er braucht.

00:34:45: aber mir ist es immer total wichtig da auch irgendwie zu zeigen.

00:34:48: Hallo ich bin da und wenn ich einen Kuchen vor die Tür stelle also... Und dann kann man immer noch ins Gespräch gehen.

00:34:54: Du

00:34:56: hast es halt selber durchlebt, deshalb kannst du dir das zu einschätzen.

00:34:59: Man muss dazu sagen als wir Anfang dreißig waren gut du hattest schon jemanden im Umfeld aber ich hab bis heute fast niemanden der die Mutter verloren hat was mich natürlich freut dass meine Freundin alle noch ihre Mütter haben.

00:35:09: Aber

00:35:10: das ist dann viel schwerer fürs umfeld das auch nachzuvollziehen.

00:35:14: total also da die frage melde ich wenn was ist die Kette?

00:35:19: der spruch kam natürlich auch und Ja und dieses, dass man sich ganz allein gelassen fühlt.

00:35:24: Mutter sehen allein.

00:35:26: Am Anfang haben sich halt noch viele gemeldet aber nach zwei Monaten gehen alle wieder ihren

00:35:32: Lebensweg.

00:35:33: Und dann ist man schon ziemlich alleine mit einer Trauer.

00:35:37: Das ist schon schwer wie man mit Trauern umgeht.

00:35:41: Ich hatte eine Freundin, die sich recht regelmäßig noch gemeldet hat.

00:35:44: Das fand ich echt trössend!

00:35:45: Die dann

00:35:46: einmal im

00:35:46: Monat auch noch ein Jahr später angerufen hat und da hab' ich immer das Gefühl gehabt, okay, ruft jetzt noch an weil sie denkt, muss ich noch um mich kümmern.

00:35:54: Aber ich fand das wirklich ein gutes Signal, weil ich dachte, okay hier hat es einfach verstanden wie sehr jemand das braucht dem es nicht gut geht.

00:36:03: Lass uns noch kurz über den Bestatter reden.

00:36:06: Also, wir sind ja in einem Bestattungshaus zur Lesung.

00:36:10: Warst du schon mal im Bestattungsaus zur Lesungen bisher?

00:36:13: Ja also im Bestattern Haus nicht aber bei einem Bestatter weil hier in Berlin habe ich in einem bestattungsinstitut gelesen.

00:36:20: Ah

00:36:21: cool!

00:36:21: Jetzt

00:36:21: ist so ein Kreuzberg gewesen und das ist so wie sagt man außergewöhnlicher Ort für Bestattungen.

00:36:27: die machen also versuchen andere Konzepte zu entwickeln und es war ganz klein.

00:36:33: da waren bei der Lesung vielleicht aber das war einfach sehr gemütlich.

00:36:38: Und es war eigentlich auch weniger eine Lesung als mehr ein Gespräch, da haben wir versucht irgendwie alle mit einzubinden und uns ordentlich zu kommen.

00:36:46: Das war sehr schön weil ich finde halt die Bestatterinnen haben ja auch einen ganz anderen Blick auf den Tod und dass wird natürlich Diana Nettenbrock dann auch haben, die wird wahrscheinlich uns noch mal sehr inspirieren.

00:36:58: und der Blick fand ich da auch sehr wertvoll, weil die Bestatterin natürlich viel erzählt hat was man alles machen kann, was sie da alles machen.

00:37:08: Also kennst du wahrscheinlich jetzt alles vom Sack der gemeinsam bemalt wird und Schmuck hergestellt wird?

00:37:15: Und alle möglichen Dinge wo ich dachte wow das ist ja toll!

00:37:18: Was die sich alles überlegt

00:37:20: haben

00:37:21: und die Bestattung individuell zu gestalten.

00:37:23: Wie hast Du die Bestaltung Deiner Mutter erlegt?

00:37:25: damals?

00:37:26: also hast Du selber den Bestatter angerufen oder wer hat dem Bestatter angerufen?

00:37:31: Das weiß ich ehrlich gesagt gar nicht.

00:37:33: Ich glaube einer meiner Brüder bestimmt, ich nicht.

00:37:37: Aber der Verstatter hat das schon gut gemacht also kann man nichts sagen.

00:37:41: Also aber die Gestattung an sich ist vielleicht ein Unterschied ob man mit ein und dreißig irgendwie... Wie gesagt meine Mutter ist ja innerhalb von acht Wochen an Krebs gestorben.

00:37:57: Im drei Tage vorhin auch gedacht, ja vielleicht überlebt sie das alles und plötzlich sitzt der Bestattter bei dir im Wohnzimmer.

00:38:02: Also deshalb ich möchte jetzt nicht den Bestattten... Das war einfach vom Prozess her.

00:38:08: War das alles nicht gut?

00:38:10: Und er hat das sehr sensibel gemacht.

00:38:14: was für mich ganz schrecklich war ist ... Sie wurde dann aufgebahnt und daran haben die damals gesagt es ist gut wenn man nochmal hingeht und sieht wie sie gestorben ist Und für mich war das Katastrophal schlecht.

00:38:29: Das ist vielleicht auch wieder so ein Romanzensatz, es ist gut wenn du das tust,

00:38:34: so einen Ratschlag

00:38:36: und ich dachte

00:38:39: ja okay dann tu' ich das und ich dachte ey um Gottes Willen.

00:38:42: Ja voll vor allem!

00:38:43: Ich glaube, das wird Jana uns auch noch mal so mitgeben.

00:38:45: Das ist eine ganz individuelle Sache.

00:38:47: Wie fühlst du das?

00:38:48: Hast du das Bedürfnis danach und nicht dieses, dass es gut wenn du das machst?

00:38:54: Weil für viele ist es da wirklich nicht gut, wenn sie emotional schon überrollt sind, da nochmal hinzugehen.

00:39:03: Also ich kann nur sagen, wenn mir was total will.

00:39:05: Ich hab den Bestatter selber angerufen auf der Intensivstation und der Sohn des Bestatters.

00:39:11: Und ich war zusammen im Kindergarten, sprich der Bestatter kannte meine Mutter auch.

00:39:15: Die Reaktion des Bestatters, das habe ich ihm überhaupt nicht übergenommen, war total geschockt.

00:39:19: Weil meine Mutter genauso alt war wie er.

00:39:22: Für ihn war dann ganz klar ... Er hat das auch noch mal so gesagt, das war für ihn der letzte Stoß.

00:39:27: Ich zieh mich aus meinem Job zurück und genieß mein Leben.

00:39:33: Das war so ein Impuls, einen Schlüsselmoment zu sagen.

00:39:35: Ach krass, jetzt sterben Menschen, die sind so alt wie ich.

00:39:38: Die kenne ich mein ganzes Leben lang und für mich war das wirklich ... Es war gut, dass es so war und er das auch gemacht hat.

00:39:44: Aber es war schon krass ... Im Nachgang hab ich gedacht, dann hast du beim Bestatter angerufen.

00:39:49: Du hast gesagt, wir brauchen dich jetzt!

00:39:51: Ich glaub, der dachte, meine Oma ist gestorben.

00:39:53: Als er gehört hat, dass meine Mutter gestorbt war, war er völlig ... Wenn der Bestatter schon schockiert ist, ist er wirklich wild.

00:39:59: Also, ich fand's ehrlich und authentisch, dass er da keine Rolle gespielt hat, aber es hat ihn sehr getroffen.

00:40:04: Und dabei reinzugehen und zu sagen so... Das gehört halt auch dazu.

00:40:08: und gleichzeitig haben wir uns aber ganz klar dagegen entschieden, meine Mutter noch mal aufzubahnen.

00:40:11: Weil ... Das war nicht nötig.

00:40:13: Auch da sind wir an dem Punkt, dieses Will man das muss man das macht man das so?

00:40:19: Wie entscheidet man das am Ende?

00:40:20: ich glaube David Jana uns bei der Veranstaltung noch mal ganz viele Impulse auch geben können.

00:40:25: auch für alle sind natürlich auch alle eingeladen dessen Mutter noch lebt und die super gerne auch miteinander kommen können.

00:40:33: Und es kommen auch einige mit ihrer Mama.

00:40:35: also finde ich auch cool Von daher finde ich das richtig, richtig gut.

00:40:41: Ich find's auch cool, dass was du grade gesagt hast in Berlin oder generell, dass sich die Bestatter-Szene gerade noch mal verändert.

00:40:47: Also ... ich glaube da ist Jana ein gutes Beispiel dafür, dass man nicht mehr der schwarz-weiße Bestatter isst.

00:40:53: also klar im Kern ist es so, dass mit Trauer verbindet.

00:40:56: aber auch in der Außendarstellung wie gehen wir im Bildlichen nach draußen?

00:41:00: Ist heute eine andere als vor zehn Jahren und das finde ich... auch da Bestattungshaus besprechbar wird.

00:41:07: Deswegen sind wir

00:41:08: hier im Podcast.

00:41:10: Voll schön!

00:41:11: Ich hab mich sehr gespannt, schön!

00:41:12: Das

00:41:13: wird gut.

00:41:14: und ich habe letztens an dich gedacht Britta weil du hast eigentlich in einem Kapitel geschrieben der Kuchen deiner Mutter.

00:41:22: das ist glaube ich auch so was dass man ganz häufig die Gerichte und die Kuchen und keine Ahnung was vergibt.

00:41:27: also dass da auch Trauer kommen kann wenn du auf einmal den Apfelkuchen isst der schmeckt wie der von deiner mutter oder?

00:41:32: Also Und vorher sehbare Momente.

00:41:36: Oder du kriegst sie nicht so hin wie den einen.

00:41:40: Meine Oma hat immer so eine tolle Tomatensuppe gemacht und dann denke ich immer, warum schmeckt meine Tomatensuppe nie so gut wie die von meiner Oma?

00:41:47: Voll!

00:41:48: Warum habe ich mir nicht das Rezept geben lassen?

00:41:51: Also ja, nee.

00:41:53: Aber du hast klar... Das gibt es auch, dass du die Rezepte nachkochst und dann denkst, ach Mensch!

00:41:57: Aber da kann sich ja auch positiv verändern.

00:42:00: also es gibt's schon auch manchmal, dass ich das so mit so einer Wärme dann betrachte was ich dann so denke, ach mensch gerade bei Kochen und Backen.

00:42:08: Es gibt ja auch meine Mutter immer viel gekocht und gebackt.

00:42:11: oder denke ich immer so wie schön das ich das kann und wie schön dass ich da so ein Händchen für habe Situation, wo du auch irgendwie dauernd irgendwas backen musst und dauernde was kochen musst.

00:42:22: Da denk ich dann okay also ich wollte jetzt nie so so Köchin sein aber irgendwie hat es dann manchmal etwas Trösten ist, wo ich denke okay meine Mutter hat mir da irgendwie Dinge mit an die Hand gegeben.

00:42:34: Es war für sie natürlich Alltag Und das ist vielleicht auch banal Aber Ich weiß jetzt schon wie man ganz gut kocht und dann denke ich so ja sehr schön irgendwie schön dass das sofort bleibt.

00:42:46: Sie mir was gegeben hat, was ich fortführen kann.

00:42:49: Und wenn es nur das Kochen ist, hat mich natürlich noch viel mehr gegeben.

00:42:51: Aber das ist jetzt ja nur so.

00:42:52: ein Beispiel und das gibt mir dann manchmal so Wärme, wo ich denke, ach schön!

00:42:55: Das hat mir die Mama beigebracht.

00:42:57: Voll... Also ich empfinde das mittlerweile als Yoga.

00:43:02: Wenn ich in der Küche stehe, denke ich immer so, oh Gott du bist nicht abgelenkt, du hast den Ergebnis produziert voll toll.

00:43:08: Aber ich hatte letztens ein Podcastgespräch letztes Jahr mit einem Sternekoch aus Köln Ein Gast bei mir im Restaurant, also wirklich auch ausgezeichnete Küche und hat einfach geweint.

00:43:19: Und er dachte so oh mein Gott was ist jetzt schief gelaufen?

00:43:22: Dann ist zu dem Gast gegangen und hat gesagt entschuldigen sie schmeckt unser Essen so?

00:43:26: für ich da nicht.

00:43:27: Und dann hat der gesagt nein wissen Sie es schmeckt genauso wie bei meiner Oma und das hat mich gerade so berührt.

00:43:33: Und man sagt der Gast einfach im Sterne Restaurant und hat geweint und hat gesagt dass es für ihn die größte Kompliment wenn Menschen sich sehr an das Essen eines verstorbenen Menschen erinnern können diesen Tag trifft, dann hat er einen guten Job gemacht und das fand ich eine schöne Haltung dass er das so erzählt hat.

00:43:50: Aber ja wir freuen uns.

00:43:52: jetzt am siebzehnten geht es los!

00:43:53: Das ist nächste Woche Donnerstag und dann sehen wir uns endlich wieder in Hambritta.

00:44:00: Ich freu mich sehr.

00:44:01: tolle Gelegenheit ich bin ganz gespannt und wir machen da wirklich ein schönen Abend.

00:44:08: diejenigen, die sich überlegen soll ich kommen oder nicht.

00:44:10: Ich kann sagen dass bei allen meinen Lesungen die Menschen hinterher glücklich den Raum verlassen haben.

00:44:15: das ist ja auch die Erfahrung aus unserer letzten Lesung in Hamm.

00:44:19: Das ist jetzt nicht so dass wir dann alle betrübt sind sondern eigentlich dass man gemeinsam sich viele spannende Gedanken

00:44:27: macht.

00:44:27: Ja, total.

00:44:28: Und ich glaube das ist auch der Sinn des Abends, dass wir das ins Leben gerufen haben.

00:44:32: Das ist da nicht nur ... Also klar tut und traur sind ein Thema aber es soll so gestaltet sein, dass es sehr lebensbejahend ist und man mit einem Impuls daraus geht und sagt okay und das mache ich jetzt anders oder darum kümmere ich mich jetzt oder das muss ich noch mal besprechen oder ich reflektiere das oder ich gehe mit dem anderen Menschen ab hier anders um.

00:44:50: ja also das soll schon einen Abend mit ganz viel mehr Wert für die Zuschauer und Hörer sein.

00:44:56: genau Schön.

00:44:57: Danke für deine Zeit, meine Liebe und ich freue mich ganz, ganz doll auf Donnerstag!

00:45:04: Klasse, ich freue dich auch und alles Gute bis dahin!

00:45:06: Bleib gesund!